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Definition der Weltgesundheitsorganisation:
"Die Legasthenie (Lese- Rechtschreibschwäche) bezeichnet eine umschriebene Störung im Erlernen der Schriftsprache, die nicht durch eine allgemeine Beeinträchtigung der geistigen Entwicklungs-, Milieu- oder Unterrichtsbedingungen erklärt werden kann. Vielmehr ist die Legasthenie das Ergebnis von Teilleistungsschwächen der Wahrnehmung, Motorik und/oder der sensorischen Integration, bei denen es sich um anlagebedingte und/oder durch äußere schädigende Einwirkungen entstandene Entwicklungsstörungen von Teilfunktionen des zentralen Nervensystems handelt."

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Noch vor wenigen Jahren wurden Kinder mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche als faul, unwillig oder gar dumm abgestempelt. Heute weiß man, dass ein großer Teil dieser Kinder vom Intelligenzgrad her normal oder sogar überdurchschnittlich sind. Problematisch wird es jedoch, wenn diese Schwäche nicht rechtzeitig erkannt und angegangen wird.

 Vor jeder Lese- und Rechtschreib- therapie sollte eine Eingangs- diagnose durchgeführt werden. Hier wird der Stand des sprachlichen und schriftlichen Vermögens festgestellt. In einem ersten Teil werden durch Hör- und Sehtests, Reaktions- übungen sowie Koordinations- und Gleichgewichtsübungen organische Schwächen herausgefiltert. Sollten sich hier große Abweichungen zu anerkannten Durchschnittswerten ergeben, wird der Gang zu einem Spezialisten empfohlen (dieses ist allerdings eher die Ausnahme).

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Im zweiten Teil der Diagnose werden vorhandene Laut- und Silbenfähigkeiten, Lesebefähigung, Wortschatz, Merkfähigkeit und Zuordnungsverständnis für Buchstaben und Worte geprüft. Anhand einer Punktetabelle werden die Schüler dann in etwa gleich starke Gruppen zusammengefasst. Bei niedrigeren Punktzahlen wird eine Zweier- oder eine Einzeltherapie empfohlen.
In der Rechtschreibschule im LERNKREIS werden die vorhandenen Defizite von Grund auf systematisch aufgearbeitet. Dabei wird die Teilleistungsstörung je nach Stand des sprachlichen und schriftlichen Vermögens gezielt bearbeitet. Die Basis des Unterrichts besteht aus Übungen der Laute, Silben, Vokale und Konsonanten. Schwerpunkte sind dabei die Problemfälle und deren "Richtigmacher" sowie Leseübungen in der Pilot- und Normalsprache. Die Lautverschmelzungen und ein kontinuierliches Syllabieren führen in der Regel zu einem besseren Verständnis der Worte und Sätze.

Die Therapie findet in der Kleingruppe (3 - 4 Schüler), aber auch im Zweier- oder Einzel- unterricht statt und dauert in der Regel zwölf Monate. Da die Unterrichtsthemen aufeinander aufbauen, sollte die Gruppe in der festgelegten Zusammensetzung auch zwölf Monate zusammen bleiben. Das bedeutet, dass der Vertrag über die vereinbarte Zeit verbindlich ist und nach Möglichkeit kein Fehltag eintreten darf. Sollte das Lehrgangsziel nicht ganz erreicht werden, kann eine Verlängerung vereinbart werden.
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Die Therapie findet einmal in der Woche (jeweils zwei Unterrichtsstunden oder 60 Min. für die Zweier- oder Einer-Gruppe) statt. Bis auf einen Kalendermonat in den Sommerferien (dieser Monat wird nicht in Rechnung gestellt) findet der Unterricht grundsätzlich jede Woche statt (Feiertage natürlich ausgenommen).

Die Eltern (oder andere Befähigte) sollen täglich ca. 15 Minuten mit dem Schüler üben (10 Minuten Karteikarten- oder Worttraining und mindesten 5 Minuten Wiederholung des Stoffes aus der Arbeitsmappe).

Die Lese- und Rechtschreibtherapie kann einzeln oder auch ergänzend in Verbindung mit einem Nachhilfekurs durchgeführt werden.
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